Willkommen im Rätischen Dreieck

Als Terra Raetica (rätisches Land) bezeichnete man zur Zeit der Römer die kulturelle Gemeinschaft mehrer Völker des Alpenraumes.

Heute gewinnt die Terra Raetica ein neues Gewicht: die Regionen im Dreiländereck Österreich, Schweiz, Italien rücken wieder näher zusammen. Am 19.12.2007 haben die Landeshauptleute von Tirol und Südtirol und der Graubünder Regierungsrat in einem feierlichen Akt die Gründung des Interreg Rates Terra Raetica beschlossen. Die Zielsetzung sei eine verstärkte grenzüberschreitende Kooperation mit einem einzigen gemeinsamen Management durch den Interreg-Rat und mit einer stärkeren Verzahnung der Interreg-Projekte zwischen den beteiligten Regionen bzw. Ländern.

 


Terra Raetica – Erfahrungsaustausch Landwirtschaft Winter 2026

Spannungsfeld Ökologie und Ökonomie, konsortiale Wasserversorgung in der Landwirtschaft

Im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts „Terra Raetica – Erfahrungsaustausch Landwirtschaft (Winter 2026)“ trafen sich Schülerinnen und Schüler, Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft und Politik aus Nordtirol, Unterengadin/Val Müstair und dem Vinschgau zu einem intensiven Austausch über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft im Alpenraum.

Landwirtschaft zwischen Ökologie und Ökonomie

Auftakt der Veranstaltung war ein Treffen auf der Fürstenburg Burgeis, bei dem der Dialog über die Zukunft der Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie im Mittelpunkt stand. Gerade im Alpenraum zeigt sich, dass Themen wie Wirtschaftlichkeit, ökologische Verantwortung, Biodiversität und der Schutz der Kulturlandschaft gemeinsam und nachhaltig gestaltet werden müssen.

Die Inputs von Ulrike Tappeiner und Gottfried Tappeiner zeigten anschaulich, wie sich die Landwirtschaft in der Terra Raetica vom früheren Subsistenzansatz hin zu einem komplexen System im Spannungsfeld von ökologischen und ökonomischen Anforderungen entwickelt hat. Dabei wurde deutlich, wie wichtig kluge und regional abgestimmte Lösungen sind.

„Wenn man sieht, welche Herausforderungen die Landwirtschaft schon geschafft hat, gibt das große Zuversicht für kommende Herausforderungen“, betonte Gottfried Tappeiner. Gleichzeitig verwies Ulrike Tappeiner darauf, dass Ernährungswende und neue gesellschaftliche Trends zunehmend ökologische Veränderungen in der landwirtschaftlichen Produktion mit sich bringen werden.

Gruppenarbeiten zu ausgewählten Fragestellungen boten den Teilnehmenden anschließend die Möglichkeit, zentrale Themen gemeinsam zu vertiefen und unterschiedliche Perspektiven auszutauschen.

Einblick in kooperative Apfelproduktion und Bewässerungsmanagement

Ein weiterer Programmpunkt führte die Teilnehmenden zur ALPE Laas sowie zu einem Feldbesuch an einer Pumpstation. Im Fokus standen dabei die genossenschaftlich organisierte Apfelproduktion und -vermarktung sowie das Bewässerungsmanagement im Vinschgau. Vorgestellt wurden die Strukturen der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft ALPE sowie des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau.

ALPE-Geschäftsführer Reinhard Ladurner erläuterte, wie die gemeinschaftliche Organisation der Apfelproduktion Arbeitsplätze vor Ort schafft und das Einkommen von über 300 Familien sichert. Der geringe Niederschlag im Vinschgau bringt zwar den Vorteil eines geringeren Pflanzenschutzbedarfs, macht den Obstbau ohne eine zuverlässige Wasserversorgung jedoch schwierig.

Paul Wellenzohn und Konrad Tscholl vom Bonifizierungskonsortium Vinschgau erklärten den Teilnehmenden die Funktionsweise des Konsortiums sowie das System der autonomen Bewässerungsanlagen mit Tropfbewässerung. Ein effizientes und sorgfältig abgestimmtes Wassermanagement spielt dabei eine zentrale Rolle.

Wie Ulrike Tappeiner in ihren Ausführungen darlegte, wird die Region künftig verstärkt mit den Auswirkungen des Gletscherrückgangs konfrontiert sein. Wenn die Gletscher als natürliche Wasserreserven wegfallen, ist die Terra Raetica zunehmend auf den ohnehin geringen Niederschlag angewiesen. Eine flächendeckende Tropfbewässerung stellt daher eine wichtige Maßnahme dar, um sorgsam mit den verfügbaren Wasserressourcen umzugehen und eine gerechte Verteilung unter den Mitgliedern sicherzustellen.

Der Erfahrungsaustausch zeigte einmal mehr, wie wertvoll der grenzüberschreitende Dialog für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen in der Landwirtschaft der Terra Raetica ist.

Ein besonderer Dank gilt der Fürstenburg Burgeis und der ALPE Laas für die Gastfreundschaft.

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