Willkommen im Rätischen Dreieck

Als Terra Raetica (rätisches Land) bezeichnete man zur Zeit der Römer die kulturelle Gemeinschaft mehrer Völker des Alpenraumes.

Heute gewinnt die Terra Raetica ein neues Gewicht: die Regionen im Dreiländereck Österreich, Schweiz, Italien rücken wieder näher zusammen. Am 19.12.2007 haben die Landeshauptleute von Tirol und Südtirol und der Graubünder Regierungsrat in einem feierlichen Akt die Gründung des Interreg Rates Terra Raetica beschlossen. Die Zielsetzung sei eine verstärkte grenzüberschreitende Kooperation mit einem einzigen gemeinsamen Management durch den Interreg-Rat und mit einer stärkeren Verzahnung der Interreg-Projekte zwischen den beteiligten Regionen bzw. Ländern.

 

SCHWABENKINDER AM WEG

Interreg-Projekt beendet

Alljährlich im Frühling zogen hunderte Kinder armer Bergbauernfamilien aus unserer Region, aus dem Vinschgau, Graubünden, Liechtenstein und Vorarlberg zur Arbeit nach Oberschwaben. Die Kinder wurden als ''Schwabenkinder'' oder ''Schwabengänger'', in Oberschwaben auch als ''Hütekinder'' bezeichnet. Mit dieser Bezeichnung wurde Bezug auf die Hauptbeschäftigung der Kinder, das Viehhüten genommen. Die Aufzeichnungen reichen von 1625 bis Anfang der 40er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. 


Ausgehend vom Bauernhausmuseum Wolfegg (Deutschland) planen 26 Museen aus 5 Ländern Ausstellungen und einen Wanderweg über die so genannten ''Schwabenkinder''. Mit dabei in einem Interreg IV – Projekt (im Österreich Italien – Programm) ist der Bezirksmuseumsverein Landeck mit Schloss Landeck. Weitere Kooperationspartner sind das Vintschgermuseum  in Schluderns (Südtirol), das Alpinarium in Galtür , der Kunstraum Pettneu  und das Museum St. Anton . 


Ziel des Projektes ist zum einen die wissenschaftliche Aufarbeitung und Präsentation des Themas Schwabenkinder in Dauerausstellungen der beteiligten Museen und zum anderen die Ausweisung des Themenweges zum Nachwandern der ehemaligen Routen. Ein Teil des Projektes ist die Einrichtung einer Schwabenkinderdatenbank, die gemeinsam von allen beteiligten Partnern erstellt wird. Die Datenbank ist bereits im Internet unter www.schwabenkinder.eu  abrufbar. Die in den Dienstbotenverzeichnissen in einigen Landkreisen Oberschwabens enthaltenen Daten der Schwabenkinder wurden in unserer Region erforscht und ergänzt. Neben der Internetdatenbank wurden die Ereignisse auch in Zettelkästen veröffentlicht und können in den beteiligten Museen eingesehen werden. Fertig ist ein Schwabenkinderkoffer für Volksschulen und Neue Mittelschulen in Form eines Buckelkorbes, der ab Oktober den Schulen zur Verfügung steht. Teil des Projektes ist auch ein Film und eine umfassende Broschüre zum Thema, sowie Vorträge und Erzählabende. 


Das Vintschgermuseum in Schluderns hat eine Ausstellung zum Thema Schwabenkinder im vergangenen Jahr eröffnet, im Schloss Landeck ist eine Schwabenkinderstube eingerichtet, im Turm sind Informationstafeln aufgehängt, es läuft dort ein Film zum Thema Schwabenkinder und 3 Original-Audiodateien, wo Schwabenkinder aus Fließ und Serfaus erzählen.  Im August machten im Rahmen von ''Kinder im Schloss'' 16 junge Leute eine Schwabenkinderwanderung und in der Gotischen Halle von Schloss Landeck fand ein gut besuchter Schwabenkinder-Erzählabend vor über 100 Besuchern statt. 6 Schwabenkindertafeln werden entlang der Schwabenkinderwege aufgestellt. 
Im Museum St. Anton wurde ein eigener Bereich zum Thema Schwabenkinder erstellt und im Alpinarium Galtür wird das Thema in die neue Ausstellung integriert. In Landeck, Galtür und St. Anton werden eigene Informatoren installiert, wo die Schwabenkinder-Datenbank direkt abgerufen werden kann.


Text: © Franz Geiger, Bezirksmuseumsverein LandeckBU: von links: Mag. Gerald Jochum regioL, Prok.Wilhelm Viertler Sparkasse Imst, Kurt Tschiderer Kunstraum Pettneu, Dr. Kristian Klotz Vintschgermuseum, Franz Geiger Bezirksmuseumsverein Landeck und Projektkoordinator, Ernst Spreng Schwabenkinderkoffer, Ing. Helmut Pöll Alpinarium und Peter Mall Museum St.Anton.Foto: © Othmar Kolp, Bezirksblätter

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